Aber auch Licht und Schatten beim Heimkampftag
Die niederbayerische Schülerliga im Judo startete in diesem Jahr bereits im Januar – und die Moosburger Nachwuchsjudokas legten gleich einen starken Auftakt hin. Mit einem souveränen Sieg gegen Deggendorf setzte das Team früh ein Ausrufezeichen und zeigte, dass auch in dieser Saison mit ihnen zu rechnen ist.
Am vergangenen Samstag stand nun der zweite Kampftag an – und das vor heimischem Publikum gleich mit zwei Begegnungen. Entsprechend groß war die Motivation, aber auch die Herausforderung.
In der ersten Begegnung trafen die Moosburger, deren Kämpfer vollständig aus den eigenen Reihen stammen, auf eine Kampfgemeinschaft aus Passau, Gangkofen und Zwiesel. In spannenden Hin- und Rückrunden entwickelte sich ein ausgeglichener Wettkampf, bei dem die Moosburger Kids jedoch die nötige Konsequenz in den entscheidenden Momenten zeigten. Am Ende stand ein verdienter 12:10-Erfolg auf der Anzeigetafel – knapp, aber souverän erkämpft.
Die zweite Begegnung brachte eine neue Ausgangslage mit sich. Gegner war eine Kampfgemeinschaft aus Vilsbiburg und dem TV64 Landshut. Das letzte Aufeinandertreffen Ende 2025 war noch deutlich zugunsten der Moosburger ausgegangen.
Doch seitdem hatte sich einiges verändert: Auf Moosburger Seite wurden mehrere Nachwuchsjudokas aus dem Herbst-Anfängerkurs integriert – ein mutiger, aber auch herausfordernder Schritt. Gleichzeitig traten die Gäste mit einem deutlich größeren und erfahreneren Kader an.
Das machte sich bemerkbar: Mit 18:9 ging der Sieg diesmal an die Gäste.
Ein Ergebnis, das auf den ersten Blick klar erscheint, jedoch nicht die ganze Geschichte erzählt. Viele Kämpfe wurden erst in den letzten Sekunden entschieden – oft auf Augenhöhe und keineswegs durch klare Überlegenheit.
Dennoch bleibt unter dem Strich : Verloren.
Und genau darin liegt auch eine Chance. Jetzt heißt es analysieren, trainieren und gestärkt zurückkommen.
Denn die Erkenntnisse ließen nicht lange auf sich warten. Der wohl wichtigste Punkt lässt sich mit einem Augenzwinkern zusammenfassen: „Probier’s mal mit Training.“
Wer häufiger auf der Matte steht, hat schlicht bessere Chancen – das wurde an diesem Kampftag sehr deutlich.
Entsprechend richtet sich der Appell an alle Kämpfer : Nutzt die Trainingszeiten!
Auch abseits der Matte gab es kleinere „Lernfelder“. So ist ein Mannschaftskampf nun einmal genau das – ein Teamwettbewerb. Wer 15 Minuten vor Beginn spontan wegen Unlust absagt, sorgt nicht nur für organisatorisches Chaos, sondern lässt auch seine Mannschaft im Stich. Und im ungünstigsten Fall steht ein Gegner nach langer Anreise aus Passau vergeblich auf der Matte. Krankheit ist natürlich etwas anderes – aber alles andere sollte besser planbar sein.
Ein weiterer Punkt betrifft die Ausdauer – und zwar nicht die körperliche, sondern die soziale. Ein Mannschaftskampf ist erst beendet, wenn der letzte Kampf vorbei ist. Nicht, wenn man selbst fertig ist. Frühes Verschwinden wirkt unsportlich und lässt Teamgeist vermissen.
Dabei sind ausdrücklich nicht die jüngsten Neulinge gemeint, die selber und auch ihre Familien sicherlich von der Dauer der Veranstaltung etwas überrascht waren – sondern vielmehr die „alten Hasen“, die hier mit gutem Beispiel vorangehen sollten.
Sportlich gab es trotz der Niederlage viele positive Highlights. Besonders erfreulich war der Einsatz der oben erwähnten jüngeren Kämpfer, die mit Mut und Einsatz überzeugten. Technisch fiel unter anderem die Bedeutung der sogenannten „Kopfsteuerfunktion“ (ich weiß, das Wort ist doof) auf – ebenso wie der oft noch zögerliche Übergang in den Bodenkampf. Hier zeigten aber auch besonders die Anfänger wirklich gute Ansätze und Mut.
Hier steckt noch Entwicklungspotenzial für die anderen…
Ein echtes Glanzlicht setzte Leopold Röck : Als einer der leichtesten und jüngsten Kämpfer zeigte er den wohl schönsten Ippon des Tages – technisch sauber und beeindruckend ausgeführt.
Ebenfalls bemerkenswert war ein Punkt von Ludwig Homfeld, dessen Aktion bzw. das Aufschlagen des Gegners auf der Matte punktgenau mit dem Gong zum Kampfende zusammenfiel – ein perfektes Timing.
Insgesamt war es ein gelungener, wenn auch sehr langer Kampftag. Trotz eines nahezu reibungslosen Ablaufs und minimaler Verzögerung zog sich die Veranstaltung bis in den späten Nachmittag. Selbst der Kampfrichter hatte kaum eine Pause. Doch die Alternative wäre eine zusätzliche Auswärtsfahrt nach Passau gewesen – und so nahm man den langen Tag in der eigenen Halle gerne in Kauf.
Ein großer Dank gilt allen Helfern: den Eltern und Kindern für ihre Geduld, der Unterstützung am Kampftisch, beim Auf- und Abbau sowie beim Verkauf – insbesondere der Familie Kehlringer. Und nicht zuletzt auch allen fleißigen Bäckern, die für die nötige Verpflegung sorgten.
Fazit : Ein Kampftag mit starken Leistungen, wichtigen Erkenntnissen – und der klaren Richtung für die kommenden Wochen.

Oben : Juliana Matthes wirft Ippon.
Unten : Die Begrüßung der Kinder und Jugendlichen in der Halle
