Josef Sellmaier aus Wang erhält Auszeichnung des Ministerpräsidenten
Moosburg/München –
Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat vieler Vereine. Dass hinter diesem Engagement oft Menschen stehen, die scheinbar über ein ganz eigenes Zeitkontingent verfügen, zeigte sich nun erneut : Josef Sellmaier aus Wang bzw. der Sportgemeinschaft Moosburg wurde für seinen jahrzehntelangen Einsatz im Vereinsleben mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt ausgezeichnet.
Zuvor wurde die entsprechende Ordensanregung vom Bundespräsidialamt aus Berlin an die Bayerische Staatskanzlei übergeben, mit der Bitte das entsprechende Verfahren einzuleiten.
Andreas Seiffert, der erste Vorsitzende der Sportgemeinschaft Moosburg, in der Josef Sellmaier seit Jahrzehnten sein „Unwesen“ treibt, streitet nicht ab, an diesem Vorgang beteiligt zu sein…
Auch wenn dies anfänglich dem „Seppi“ etwas peinlich war.
Im Kuppelsaal der Bayerischen Staatskanzlei überreichte der Leiter eben dieser,
Dr. Florian Herrmann, die Auszeichnung.
Das Ehrenzeichen ist ein sichtbares Zeichen des Dankes für Menschen, die sich über viele Jahre hinweg uneigennützig für das Gemeinwohl einsetzen.
Ein Beispiel dafür findet sich auch in Moosburg :
Josef ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Judoabteilung der SG Moosburg und im gesamten Verein. Schon als Jugendlicher sammelte er auf der Matte Medaillen: oberbayerische, südbayerische und bayerische Titel gehörten über Jahre hinweg fast selbstverständlich zu seiner sportlichen Bilanz. Später folgten Kämpfe auf deutscher Ebene sowie ein besonderer Höhepunkt : der Titel Deutscher Meister Ü30, den er 2012 in Berlin erringen konnte.
Auch im Mannschaftssport machte er sich einen Namen; für die SG Moosburg kämpfte er sowohl in der zweiten Bundesliga als auch später in der ersten Bundesliga – ein Niveau, das nur wenige Judoka erreichen.
Doch im Verein ist Josef längst nicht nur als erfolgreicher Sportler bekannt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten engagiert er sich in zahlreichen Funktionen : als Abteilungsleiter der Judoabteilung, als Trainer, als Mitglied im Vereinsbeirat und als zuverlässiger Organisator im Hintergrund.
Im Vereinsalltag hat sich deshalb ein einfacher Grundsatz etabliert :
Wenn etwas fehlt, nicht funktioniert oder kurzfristig organisiert werden muss, heißt es oft nur noch : „Frag den Josef.“ Und erstaunlich oft hat er tatsächlich genau das, was gebraucht wird – manchmal sogar gleich in mehreren Varianten.
Die Geschichten darüber sind im Verein inzwischen legendär.
Umkleideschränke aus Altbeständen der heutigen DFS, die noch zu Zeiten der Bundesanstalt für Flugsicherung angeschafft wurden, vom Flughafen abholen ? Josef begleitet den Vorsitzenden Andreas Seiffert beim Transport der wuchtigen Dinger, hat den Hänger organisiert und packt mit an.
Eine kaputte Halterung, ein fehlendes Verlängerungskabel oder ein Drucker, der mitten in der Nacht neuen Toner braucht ? Josef weiß Rat – oder hat das Problem längst selbst gelöst.
Damit ist er für viele Vereinsmitglieder nicht nur der Mann fürs Material, sondern zugleich Gedächtnis, Netzwerk, Notfallkontakt und Vereinsarchiv in Personalunion.
Dass diese Ehrung nun auch auf Landesebene erfolgt, überrascht daher in der SG Moosburg kaum.
Bereits im vergangenen Jahr würdigte der Verein sein Engagement :
Nach dem einstimmigen Beschluss des Vereinsrates im Sommer wurde er bei der Ehrungsfeier im September 2025 unter großem Applaus zum Ehrenmitglied der SG Moosburg ernannt.
Damals wurde vom Vorsitzenden (der übrigens regelmäßig selber mit seinem „Seppi“ auf der Matte steht) in der Laudatio augenzwinkernd festgestellt, ein normaler Tag habe bei ihm vermutlich 48 Stunden und ein Jahr rund 1000 Tage. Denn neben seinem Einsatz im Verein führt Josef noch ein ebenso arbeitsreiches Leben : Gemeinsam mit seinen Eltern betreibt er einen landwirtschaftlichen Hof, arbeitet bei Clariant und ist Familienmensch mit seiner Frau Christine sowie Vater von zwei Teenagern.
Die wichtigste Frage des Abends blieb daher auch damals unbeantwortet :
Wann schläft dieser Mann eigentlich ?
Mit der Auszeichnung des Freistaats Bayern erhält sein Engagement nun eine weitere offizielle Anerkennung.
Für die SG Moosburg steht ohnehin längst fest :
Wenn jemand den Geist des Ehrenamts verkörpert, dann Josef.
Die Auszeichnung nahm er bei strahlendem Sonnenschein in Begleitung seiner Frau, des Vereinsvorsitzenden sowie des Bürgermeisters seiner Heimatgemeinde Wang, Herrn Markus Stöber und des Landrates des Kreis Freisings Helmut Petz entgegen.



